Auf dem Foto sieht man ein Kiosk-Regal mit Zeitungen

Wanderausstellung „Daheim mit ME/CFS“ - Vernissage im Haus der Demokratie Leipzig e.V.

Feierliche Eröffnung der Wanderausstellung mit Werken von Arend Heim am 25. September 2025 um 18 Uhr. Mit einem Impulsvortrag von Prof. Georg Schomerus zum Thema Stigmatisierung, musikalischer Begleitung am Piano durch Philipp Urban, der Lesung zweier Gedichte des Künstlers sowie einer Laudatio und Grußworten, u.a. von der Vorsitzenden des Fatigatio e.V..


Impressionen der Vernissage am 25.09.2025

Wanderausstellung „Daheim mit ME/CFS“

Nach einer Covidinfektion erkrankte der Ornithologe und Naturfotograf Arend Heim schwer an ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chroniches Fatigue Syndrom) und war gezwungen, sich in die Obhut und Pflege seiner Eltern zu begeben. Zunächst begann Arend mit der Naturphotographie auf dem Balkon und im Garten. Als die Mobilität weiter abnahm, er sein Zimmer und wenig später auch das Bett nicht mehr verlassen konnte, veränderte sie sich zu Heimfotografie. Er fotografierte ein Schattenspiel auf dem Holzfussboden, eine Zimmerpflanze vor dem Holzschrank, ein Lichteinfall durch die Jalousie.

Diese entstandenen Bilder sind stille Zeugnisse und schenken uns einen Moment, mit den Augen eines Betroffenen zusehen. ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung, die oft zu einem hohen Grad der körperlichen Behinderung führt. In ca 80 % wird sie durch eine Infektion ausgelöst und kann somit jeden von uns treffen. In Deutschland sind nach der Pandemie mindestens 620.000 Menschen betroffen, darunter etwa 80.000 Kinder. Obwohl diese Erkrankung schon seit 1969 durch die WHO klassifiziert wurde, fehlt es aktuell an einer adäquaten medizinischen und sozialen Versorgung.

Für viele ist das Thema ME/CFS fremd und möglicherweise beunruhigend. Wir erleben es als eine unsichtbare Krankheit, die Erschöpfung und körperliche Grenzen mit sich bringt, und gleichzeitig spüren wir die Unsicherheit, die sie bei uns selbst auslösen kann. Gerade darum möchten wir zu dieser Ausstellung einladen – um Brücken des Verstehens zu bauen, unsere eigene Starre zu überwinden und Betroffene in ihrer Lebenswirklichkeit sichtbar zu machen.

Die Ausstellung - eine Initiative von Fatigatio e.V. - wird in Kooperation mit dem Haus der Demokratie Leipzig e.V. gezeigt. Die feierliche Eröffnung findet am 25. September um 18 Uhr statt. Anschliessend gibt es Zeit für Austausch und Fragen zu ME/CFS.

Die Ausstellung, die vom 25.09. bis 26.10.2025 läuft, kann nach telefonischer Anmeldung oder im Rahmen hiesiger Veranstaltungen besichtigt werden. Der Zugang ist barrierefrei.

Prof. Georg Schomerus ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums Leipzig und Referent der ME/CFS-Fachtagung 2024. Sein Vortrag aus dem letzten Jahr mit dem Titel "Stigmatisierung von Menschen mit ME/CFS und/oder Long-COVID" kann hier angeschaut werden. 

Veranstaltungsort:

Haus der Demokratie Leipzig e.V.

Bernhard-Göring-Straße 152 in 04277 Leipzig

Tel: 0341/30 65 102

Email: info@--no-spam--hddl.de

Web: hddl.de

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!


Ablaufplan:

Musik, gespielt am Klavier durch Philipp Urban
Begrüßung durch Frau Bertus Haus der Demokratie
Begrüßung durch Bara Bensch (Initiatorin)
Grußwort durch die Vorsitzende des Fatigatio e.V. Frau Dr. Lange-Riechmann
10-minütiger Impulsvortag durch Prof. Schomerus zu Stigmatisierung bei ME/CFS
Klaviermusik
Laudatio, gelesen von Frau Bensch
Gedicht von Künstler Arend Heim, gelesen von Regine Schneider
Fragerunde zu ME/CFS
Verabschiedung und Danksagung
Klaviermusik
Im Anschluss Gespräche bei Getränken und Snacks.