Auf dem Foto sieht man ein Kiosk-Regal mit Zeitungen

Ballon-Aktion auf der „LiegendDemo“ am 10. Mai 2025 in Berlin: Fatigatio e.V. setzt Zeichen für ME/CFS-Betroffene

Presse

Berlin, 7. Mai 2025 – Anlässlich des Internationalen ME/CFSMyalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome
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Awareness Days am 12. Mai 2025 beteiligt sich der Fatigatio e.V. – Bundesverband MEMyalgische Enzephalomyelitis
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/CFSChronisches Fatigue Syndrom
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am kommenden Samstag mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion auf der „LiegendDemo“ in Berlin.

Botschaften der Betroffenen, die aufgrund ihrer ME/CFS-Erkrankung nicht vor Ort sein können, ragen symbolisch auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof an blauen Ballons befestigt in den Himmel – als sichtbares Zeichen für die oft unsichtbaren Wünsche, Hoffnungen und Nöte der Erkrankten und ihrer Angehörigen. (Die biologisch abbaubaren Ballons werden am Info-Stand des Fatigatio e.V. festgebunden sowie an Teilnehmende und Passanten verteilt und aus Umweltschutzgründen nicht in den Himmel steigen gelassen.)

Myalgische Enzephalomyelitisentzündliche Veränderung im zentralen Nervensystem
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/Chronisches FatigueAndauerndes Gefühl der Erschöpfung
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-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere, chronischlange andauernd, dauerhaft
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verlaufende Multisystemerkrankung, die häufig nach Virusinfekten wie SARS-CoV-2, Influenza oder dem Epstein-Barr-Virus (EBV)Erreger des Pfefferschen Drüsenfiebers
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auftritt. Mehr dazu unten in der Infobox.

Mit der Ballon-Aktion möchte Fatigatio e.V. den Menschen, die nicht persönlich an der „LiegendDemo“ teilnehmen können, eine symbolische Präsenz verschaffen. In kurzen, eindringlichen Botschaften machen sie auf ihre persönliche Lage aufmerksam, richten Appelle an Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft – und fordern, was längst überfällig ist: Biomedizinische Forschung, medizinische und sozialrechtliche Versorgung, bundesweite Aufklärung und gesellschaftliche Anerkennung. Zur Beteiligung an der Aktion hatte der Fatigatio e.V. zuvor auf den eigenen Social Media-Kanälen aufgerufen.

„Awareness-Aktionen wie die LiegendDemo und unsere Ballon-Aktion sind von zentraler Bedeutung, um auf das stille Leiden von mindestens 620.000 Menschen in Deutschland aufmerksam zu machen. Sie bringen das Thema in die Öffentlichkeit, schaffen Sichtbarkeit und fordern konkrete politische und medizinische Maßnahmen ein“, erklärt Dr. Lieseltraud Lange-Riechmann. „Denn ohne öffentliche Wahrnehmung bleibt die Lage der Betroffenen weiterhin im Schatten – und dringend notwendige Entwicklungen bleiben aus“, so die Vorsitzende des Fatigatio e.V. weiter.

Dr. Lange-Riechmann ist am 10. Mai auch Teil der Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Berliner „LiegendDemo“ auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof zwischen 11 und 13.30 Uhr stattfindet. Auf dem Programm der „LiegendDemo“ stehen u.a. Reden und digitale Einspieler von Betroffenen sowie von den beteiligten Städten, Beiträge von den Expertinnen Prof. Uta Behrends (MCFC München) und Prof. Carmen Scheibenbogen (Charité Berlin) sowie Politiker:innen. Gäste der Podiumsdiskussion sind neben der Vorsitzenden des Fatigatio e.V. u.a. die Ärztin Dr. Anna Brock und Journalist Martin Rücker.

Die Initiative #LiegendDemo organisiert regelmäßig bundesweite Protestaktionen, um auf die schwere Lebenssituation von ME/CFS-Erkrankten aufmerksam zu machen, die oft ans Bett oder Haus gebunden sind. Mit den sogenannten „LiegendDemos“ schafft sie Sichtbarkeit für Betroffene, ermöglicht ihnen digitale Teilnahme am Event und verleiht ihnen durch symbolische Aktionen wie „Trauergängen“ eine Stimme im öffentlichen Raum. Bei der diesjährigen „LiegendDemo“ anlässlich des Internationalen ME/CFS Awareness Days beteiligen sich 27 Städte mit eigenen Aktionen.

Mehr Informationen zur Arbeit des Fatigatio e.V. und der Erkrankung auf www.fatigatio.de.

   Infobox – Krankheitsbild ME/CFS und Versorgungssituation in Deutschland

 

  • Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere neuroimmunologische Multisystemerkran-kung, die oft zu einem hohen Grad körperlicher Beeinträchtigung führt.
  • Die WHO stuft ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung ein.
  • Auslöser von ME/CFS sind meist Virusinfekte, z.B. mit EBV, Influenza oder SARS-Cov-2.
  • In Deutschland waren vor der Pandemie schätzungsweise 250.000 Menschen betroffen. Rund 16 % sind Kinder und Jugendliche. Laut KBV gibt es mindestens 620.000 Behandlungsälle in Deutschland (Stand 2023).1 Neuesten Berechnungen zufolge lebten Ende 2024 mehr als 650.000 Menschen in Deutschland mit ME/CFS.2
  • ME/CFS ist ein eigenständiges komplexes Krankheitsbild und nicht mit dem Symptom „Fatigue“ gleichzusetzen, das beispielsweise auch bei MS vorkommt. Charakteristisch für ME/CFS ist die sog. Post-Exertional MalaiseUnwohlsein
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    (PEMPost-Exertional Malaise
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    ) und Belastungsintoleranz, eine ausgeprägte und anhaltende Verstärkung aller Symptome nach geringer physischer und/oder kognitiver Anstrengung.
  • Nach differenzialdiagnostischer Abklärung anhand klinischer Diagnosekriterien (den sog. Kanadischen Konsenskriterien) wird die Diagnose gestellt.
  • 60% der Erkrankten sind arbeitsunfähig, ein Viertel kann das Haus nicht mehr verlassen, viele sind pflegebedürftig oder bettlägerig.
  • In Deutschland sind nur zwei Kliniken auf ME/CFS spezialisiert – das Charité Fatigue ZentrumFatigue Centrum der Charité - Universitätsmedizin Berlin
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    (Berlin) und das Fatigue Centrum für junge Menschen (TU München). Betroffene aus anderen Bundesländern können sich bislang dort nicht vorstellen.
  • Die medizinische und soziale Versorgungslage der Betroffenen ist prekär. Bislang gibt es keine kurative Behandlung oder Heilung.
  • Literatur und weiterführende Links: Charité Fatigue Centrum (CFC), Schwerpunkte der Arbeitsgemeinschaft Scheibenbogen an der Charité Berlin, European Network on ME/CFS (EUROMENE), European ME Alliance (EMEA), Centers for Disease Control and Prevention (CDC) oder auf der Website des Fatigatio e.V..

 

Pressekontakt

Fatigatio e.V. - Bundesverband ME/CFS
Albrechtstr. 15, 10117 Berlin
Telefon: 030 - 3101889-0
E-Mail: presse@--no-spam--fatigatio.de
Webseite: www.fatigatio.de

Fatigatio e.V. - Bundesverband ME/CFS

Seit 1993 unterstützen wir als Betroffene und Angehörige ehrenamtlich in der größten deutschen ME/CFS-Patientenorganisation über 3000 Mitglieder im deutschsprachigen Raum. Wir leisten Selbsthilfearbeit, schaffen Informationsangebote und bieten individuelle Hilfestellung, z.B. in diversen Regionalgruppen. Der Einsatz für Versorgung, Forschung und Aufklärung sowie ein starkes internationales Netzwerk bilden die Basis des Bundesverbands ME/CFS.


1 Zahlen der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) von 2023, abgerufen am 07.05.2025 auf Riffreporter.de

2 Mehr dazu hier.