Bei den drei Treffen in Darmstadt, Eberswalde und online mit insgesamt etwa 40 Teilnehmenden aus diversen Fachrichtungen haben wir durchgehend sehr interdisziplinär und vielfältig gearbeitet - in Workshops, bei Projektbesuchen, durch Gruppenarbeiten und kreative Phasen. Bei unserem ersten Treffen ging es um die Thematik des städtischen Wohnens, beim zweiten Treffen beschäftigten wir uns mit der nachhaltigen Sanitärwende und der öffentlichen Versorgung in Städten.
Unser drittes und letztes Jahrestreffen fand vom 17. bis 18. Oktober 2025 online statt und drehte sich rund um das Thema Barrierefreiheit und Inklusivität in der Stadt. Das Treffen begann mit einem digitalen Stadtspaziergang, in dem wir aufmerksam durch unsere jeweiligen Wohnorte (von Madrid über Deutschland bis Oslo war alles dabei) gingen und anschließend unsere Beobachtungen zu Barrieren und Barrierefreiheit im öffentlichen Raum teilten. Viele lernten durch diesen Austausch neue Barrieren kennen, an die sie vorher womöglich nie gedacht hätten.
Am zweiten Tag des AG-Treffens durften wir dann Frau Dr. Lange-Riechmann vom Fatigatio e.V. als Referentin digital bei uns begrüßen. Frau Lange-Riechmann hielt für uns einen spannenden Vortrag über die Arbeit des Vereins sowie über die Krankheit ME/CFS und die damit einhergehenden Bedürfnisse und Barrieren im öffentlichen Raum. Dabei ging es zum Beispiel um Reize und Reizüberflutung beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr, um zu lange Wege, und um Inklusion im städtischen Leben und in der Kultur. Anschließend durften wir Frau Lange-Riechmann unsere Fragen stellen – davon gab es viele, denn wir konnten viel Neues dazulernen. Wir danken Frau Dr. Lange-Riechmann und dem Fatigatio e.V. herzlich für den bereichernden Beitrag zu unserem AG-Treffen und für die wichtige Arbeit!
Nach einigen weiteren Gruppenarbeiten und etwas theoretischem Input beendeten wir unser AG-Treffen wie immer mit einer kreativen Arbeitsphase, bei der ein digitales „Flipbook“ mit Collagen, Comics und mehr entstand. Hier konnten wir neu erlerntes Wissen und Bewusstsein über Barrierefreiheit und Inklusion noch einmal aufarbeiten. Am Ende entstand so eine bunte Sammlung an „NeurodiverCities“, unserer Utopie einer lebenswerten, barrierefreien Stadt."
Carlynn Löwisch, Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung
Mehr Informationen im Veranstaltungsprogramm für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Heinrich-Böll-Stiftung (Seite 36).