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Fatigatio e.V.

"Wir informieren über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und bieten Informationen an"

Um die Lebensperspektiven für Menschen mit ME/CFS zu verbessern.

Neues 04_2018

Datum: 18.04.2018 Kategorie: 07 Fatigatio e.V.

Die OMF (=Open Medicine Foundation) ist eine durch Spenden finanzierte Non- Profit- Organisation, die sich die Erforschung von ME/ CFS, wie sie die Krankheit nennen, zum Ziel gesetzt hat. Das Forschungszentrum gehört zur Stanford Universität.

https://www.omf.ngo/

Prof. Ron Davis berichtet in einem Video über neue Ergebnisse seiner Forschungsbemühungen, eine Technologie zur Diagnose von CFS zu entwickeln.
Er nutzt dazu einen Bluttest. Das Blut des Patienten wird auf einen Nanoneedle- Chip gegeben, durch den Strom geleitet und die Impedanz (Wechselstromwiderstand) gemessen wird. Das Blut von CFS- Patienten und gesunden Kontrollpersonen unterscheidet sich dabei zunächst nicht. Nach der Zugabe von Salz verändert sich jedoch diese Impedanz beim CFS- Kranken in charakteristischer Weise. Prof. Davis konnte dies bei 11 Patienten und 10 Gesunden nachweisen, die Übereinstimmung lag bei 100 %.
Voraussetzung für die Aussagekraft dieses Tests ist jedoch, dass das Blut nach einem bestimmten, genau umschriebenen Verfahren entnommen und aufbereitet werden muss. Dieses Verfahren und die Leitlinie dazu mussten erst durch Versuch und Irrtum entwickelt werden, daher dauert es lange, solche Methoden wissenschaftlich hieb- und stichfest zu machen. Auch muss zunächst noch an wesentlich größeren Patienten- und Kontrollgruppen geforscht werden.
Prof. Ron Davis hat sein Verfahren in einem englischsprachigen Video ausführlich erläutert.
https://www.omf.ngo/2017/12/24/omf-newsletter-december-2017/


Ebenfalls der OMF zugehörig ist Dr. Bergquist. Er forscht in Uppsala.

Neuigkeiten zur Forschung von Jonas Bergquist

Veröffentlicht am: 19. Dezember 2017

Welche Rolle spielen Hormone, Proteine und Antikörper bei ME / CFS? Zu diesen Fragen finanziert OMF derzeit die Forschung von Jonas Bergquist, MD, PhD, Professor an der Universität Uppsala und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der OMF. Dr. Bergquist misst Proteine in Liquor und Blutplasma bei einer kleinen Gruppe schwedischer ME / CFS-Patienten. Einige der neuesten Details und Updates zu Dr. Bergquists Forschung sind:

1. Dysregulation hormoneller Steroide. Um herauszufinden, ob Steroidhormone Teil der Pathophysiologie von ME / CFS sind, wird Dr. Bergquist die Spiegel von 22 Steroiden im Plasma von Patienten und gesunden Kontrollen messen.

2. Autoantikörper. Vorläufige Daten legen nahe, dass bestimmte Arten von Autoantikörpern (insbesondere gegen Muskarin- und adrenergene Rezeptoren) bei ME / CFS-Patienten häufiger vorkommen als in der Allgemeinbevölkerung. Bergquists Studie wird diesen vorläufigen Befund mit einem separaten Satz von Patienten und Kontrollen validieren.

3. Proteomik. Da viele Studien eine neuroinflammatorische Beteiligung an ME / CFS nahelegen, misst Dr. Bergquist auch etwa 100 Proteine, die mit Schmerz und Neuroinflammation bei ME / CFS-Patienten, Patienten mit chronischen Schmerzen und solchen mit Fibromyalgie zusammenhängen könnten.
Die Art des Krankheitsbeginns bei Chronic Fatigue Syndroms (CFS) und der Myalgischen Enzephalomyelitis (ME) wird als entscheidendes Kriterium für die Befragung angesehen.
Fall-Kriterien für ME und CFS und einen Großteil der wissenschaftlichen Literatur legen nahe, dass Patienten typischerweise einen von zwei möglichen Formen des Krankheitsbeginns erleben: plötzlich oder allmählich. Die aktuelle Studie untersuchte eingehend den Beginn von ME und CFS, um Einblick in Frühsymptome, Erkrankungsdauer und das Fortschreiten der funktionellen Behinderung zu ermöglichen. Wir sammelten qualitative deskriptive Daten, um eine umfassende Beschreibung des Krankheitsbeginns aus der Sicht der Patienten zu erhalten.
Insgesamt zeigten qualitative Ergebnisse detaillierte Beschreibungen des ME- und CFS-Beginns.
Wichtige Themen, die aus den Daten hervorgingen, waren:
Beginn / Formen der Krankheitsprogression, Krankheitsursachen, Methoden der Anpassung und Bewältigung, arbeitsames und aktives Leben vor Krankheitsbeginn, gesundes Leben vor dem Ausbruch, vorherige gesundheitliche Probleme, komorbide Gesundheitszustände, emotionale Reaktionen auf den Beginn, Belastungsauswirkungen, die Krankheit als lebenslimitierend, Stress, traumatische Erfahrungen, fehlende Unterstützung, fehlende Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in der Versorgung.
Eine nähere Betrachtung der Daten zu Formen von Krankheitsbeginn und – verlauf zeigt, dass Patienten mit ME und CFS komplexe Formen des Krankheitsbeginns erfahren. Darüber hinaus legen die Ergebnisse nahe, dass die Methode der Kategorisierung von Individuen in plötzliche versus schrittweise Gruppen des Beginns zu kurz greift und die differenzierteren und vielfältigen Erfahrungen nicht erfasst. Prospektive Forschungsstudien, die den Beginn der Entwicklungsphase erfassen, könnten zu Verbesserungen beitragen hinsichtlich der Art und Weise, wie wir den ME und CFS-Beginn definieren und beurteilen, und möglicherweise auch zur Entwicklung von Methoden der Früherkennung, Prävention und individualisierten Behandlungsansätzen führen.

Angefallene Muster des chronischen Erschöpfungssyndroms und der myalgischen Enzephalomyelitis (PDF Download verfügbar). Verfügbar von: https://www.researchgate.net/publication/323399706_Onset_patterns_of_Chronic_Fatigue_Syndrome_and_Myalgic_Encephalomyelitis [abgerufen am 23. März 2018].