Online Fundraiser mit Altruja
Fatigatio e.V.

"Wir informieren über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und bieten Informationen an"

Um die Lebensperspektiven für Menschen mit ME/CFS zu verbessern.

CFS - Die chronische Erschöpfung und neue Therapieansätze

Referent: Karin Voit-Bak

Wir danken der Referentin Frau Karin Voit-Bak für die Genehmigung zur Veröffentlichung ihres Vortrages.

Der Vortrag steht als pdf-Datei zum Download bereit!

Fragen aus dem Publikum zur Plasmaapherese / Vortrag vom 6.6.20151)

    • Ist die "Therapeutische Apherese" das gleiche Verfahren wie "Immunadsorption" und wenn nicht, wodurch unterscheiden sich dieVerfahren?

Antwort: Alle extrakorporalen Verfahren sind adsorptiv. Es kommt immer darauf an welcher Filter benutzt wird, wird das Plasma zurückgegeben wie bei uns, wird es ausgetauscht oder ein Plasmaaderlass gemacht. Auch die Frage, ob und welche Medikamente gegeben werden, ist ausschlaggebend.Bei einer Therapie in unserem Haus wird das Plasma gereinigt und komplett zurückgegeben, dazu werden 2 verschiedene Filter benutzt. Es entsteht weder ein Defizit noch eine Infektanfälligkeit.

  • Wird man nach der Therapeutischen Apherese auch ebenso wie bei der Immunadsorption infektanfällig und wenn ja, wie lange dauert die Phase der Infektanfälligkeit in etwa an?

Antwort: Es gibt bei uns keine. Diese entsteht nur, wenn Plasma ausgetauscht wird oder ein Plasmaaderlass erfolgt. Bis das neue Plasma gebildet ist, ist man anfällig. Bei uns wird das Plasma aber nicht ausgetauscht, sondern nur gereinigt.

  • Viele Viren, die niedriggradige Infektionen verursachen, tummeln sich ja gar nicht im Blut sondern ziehen sich ins Gewebe zurück. Erreicht die Apherese diese Viren überhaupt?

Antwort: Ja, durch die Entlastung wird das Immunsystem so stark reguliert, dass sich die Abwehr gehen Viren und Bakterien extrem aufbaut. Gleichzeitig wird die Mikrozirkulation angeregt, also das Gewebe besser durchblutet. Beides führt zur Deckelung chronischer Infektionen.

  • Muss man die Apherese lebenslang wiederholen im Falle einer Virusbelastung oder im Falle einer Autoimmunerkrankung? Denn die Apherese bekämpft ja wohl nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung oder doch?

Antwort: Doch, die Ursache kann oft ermittelt und beseitigt werden.
Zur Apherese gehören spezielle Abklärungen und Diagnoseklärungen. Auch
Autoimmunerkrankungen sind sehr gut therapierbar, oft heilbar. Genetische Probleme können ermittelt und eingestellt werden.

  • Wurden bei Ihnen schon schwerstkranke ME-Patienten behandelt, die nur liegend transportiert werden können? Wie viele Behandlungen werden für Schwerstkranke in etwa benötigt?

Antwort: Wir sind ein Tagesklinikum und können zwar schwerkranke Patienten behandeln, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Das muss abgeklärt werden je nach Patient.

  • Haben Sie aktuell schon die Möglichkeit auf Antikörper gegen Neurotransmitterrezeptoren zu testen? Ist die Apherese bei positiver Testung Kassenleistung? Erkennt die Kasse Testungen aus dem Ausland an?

Antwort: Die Kasse erkennt nur schweres Rheuma und Autoimmun-erkrankungen an, also Patienten, die jahrelange konservative Therapie erfolglos absolviert haben. Die benötigen ein Gutachten und müssen einen Antrag beim Aphereseausschuss der Kassen stellen.

  • Wie sieht es mit dem Thema Hygiene und Desinfektion aus? Werden die Schläuche, durch die das Plasma geleitet wird, nach jedem Patienten ausgetauscht? Also auch die Schläuche, die IM Gerät sind?

Antwort: Alles ist Einmalmaterial. Die Maschine reinigt sich selbst und hat spezielle Programme. Blut läuft nur in den Schläuchen und die werden komplett entsorgt. Jedes Mal wird ein frisches, steriles Set benutzt.

  • Wie sieht es aus, wenn man Blutverdünner nehmen muss. Muss man die vorher absetzen?

Antwort: Das wird mit dem Arzt besprochen, es kommt auf die Dosis an.