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Um die Lebensperspektiven für Menschen mit ME/CFS zu verbessern.

News September 2016

Datum: 20.09.2016 Kategorie: Aktuelles

Orthomolekulare Therapie zur Unterstützung/ Stärkung der Belastbarkeit

Journal of Orthomolecular Medicine
· January 2015

Jonathan Prousky

In dem Artikel geht es um verschiedene Studien, in denen man Patienten, die nach starken seelischen Belastungen unter unterschiedlichen Krankheiten aus dem psychosomatischen Bereich litten, mit orthomolekularen Therapeutika behandelt hat, um zu untersuchen, ob das ihre Belastbarkeit verbessert. Verschiedene Vitamine und Mineralien wurden probiert.

Zu CFS findet man folgende Aussage:

„Eine Studie ergab, dass ein spezifischer probiotischer Bakterienstamm Symptome von Angst und Panik bei Patienten mit CFS reduzierte. 39 Patienten wurden im Zufallsverfahren in zwei Gruppen eingeteilt und entweder der Gruppe mit einer über 8 Wochen dauernden täglichen probiotischen Gabe von 24 Milliarden koloniebildenden Einheiten (Lactobacillus casei- Stamm) oder der Placebo- Gruppe zugeordnet.

Als Ergebnis dieser Studie hatten die CFS- Patienten nicht nur erhöhte Levels sowohl von Lactobacillus und Bifidobakterien im Stuhl, sondern auch signifikante Verringerungen ihrer Angstsymptome. Da die probiotische Behandlung ohne jegliche Nebenwirkungen war, sollte diese Intervention zweifellos als wichtige Komponente der Behandlung für alle Individuen, ob mit oder ohne CFS, für welche Belastbarkeit ein essentieller Teil der Genesung ist, in Betracht gezogen werden. Es ist nicht genau bekannt, wie Probiotics die Ängstlichkeit oder andere mentale Zustände beeinflussen, aber wahrscheinlich besitzen sie die Fähigkeit, Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin zu verändern. Probiotics könnten auch einen Einfluss darauf haben, wie Emotionen (wie Ängstlichkeit) verarbeitet werden, indem sie direkt mit spezifischen Arealen des Gehirns mittels Darm- Hirn- Wechselwirkung kommunizieren.“

Quelle: https://www.researchgate.net/profile/Jonathan_Prousky/publication/277670888_Orthomolecular_Therapeutics_to_Support_Resilience/links/557047cd08aefcb861dde4bf.pdf


Der Einsatz von Hypnose zusätzlich zur CBT bei einem 10 Jahre alten Jungen, der unter Schlafstörungen und CFS leidet

Australian Journal of Clinical & Experimental Hypnosis . May2016, Vol. 41 Issue 1, p54-62. 9p.
Autor: Hayes, Stephen J.

Ganzer Artikel nicht öffentlich

Abstract: Diese Fallstudie beschreibt den Einsatz von Hypnose in der Behandlung eines 10 Jahre alten Jungen, der an Schlafstörungen, schwerer Migräne und CFS leidet. Sie zeigt die Wirksamkeit von Hypnose als Ergänzung zu Cognitive Behavioural Therapy bei der Behandlung eines pädiatrischen Patienten, der in sozialer Isolierung lebte und depressive Stimmungen erfuhr, bedingt durch eingeschränkte Aktivität (als Folge seines chronisch schlechten Gesundheitszustands). Ersttherapie mit CBT und Hypnotherapie zielten darauf ab, Dauer und Qualität seines Schlafs zu verbessern, um dadurch Stimmung und sämtliche Levels des Wohlfühlens zu heben. Das wiederum machte es möglich, die Themen soziale Isolation und eingeschränkte Aktivität in der Therapie anzugehen.

Nebennierenschwäche existiert nicht: eine systematische Überprüfung

Autoren: Flavio A. Cadegiani und Claudio E. Kater
In: BMC Endocrine Disorders BMC Series, erschienen 24.08.2016

Abstract
Hintergrund
Der Terminus „adrenal fatigue“ („AF“) wird genutzt von einigen Ärzten, Gesundheitsdienstleistern und den landläufigen Medien zur Beschreibung eines vermeintlichen, durch chronischen Stress verursachten Zustands. Trotzdem wird „AF“ durch keine endokrinologische Gesellschaft anerkannt, sie behaupten, dass es keinen belastbaren Beweis für deren Existenz gibt. Ziel dieser systematischen Übersicht ist es, nachzuweisen, ob es Belege für „AF“ gibt.

Methoden
Es wurde eine systematische Suche gestartet in Pubmed, Medline (Ebsco) und der Cochrane – Datenbank, vom Beginn der Datensammlung bis zum 22.4.2016. Suchbegriffe waren adrenal + fatigue, adrenal +burnout, adrenal+exhaustion, hypoadrenia, buronout + cortisol, fatigue+ cortisol, clinical + burnout, cortisol+vitality, adrenal + vitality und Cortisol+exhaustion (=Erschöpfung).
Auswahlkriterien waren 1) Artikel in Englisch, 2) Cortisolprofile und Fatigue oder Energiestatus als Hauptergebnis, 3) durchgeführte Tests zur Bewertung der Nebennieren- Hypothalamus- Achse, 4) keine Beeinflussung durch Corticosteroid- Therapie und 5) Fehlen weiterer Erkrankungen.

Unterschiedliche Fragebögen zur Unterscheidung von Personen mit Fatigue, untersuchte Populationen und angewandte Tests ausgewählter Studien wurden analysiert.

Ergebnisse
Von 3470 gefundenen Artikeln erfüllen 58 die Kriterien der Studie: 33 waren an gesunden Individuen und 25 an symptomatischen Patienten durchgeführt. Die am häufigsten bewerteten Tests waren „Cortisol direkt nach dem Erwachen“ (n= 29), „Cortisolantwort 20-30 Minuten nach dem Erwachen“ (n= 27) und „Rhythmus der Veränderung des Cortisolgehalts im Speichel“ (n= 26).

Diskussion
Wir fanden ein nahezu systematisches Untersuchungsergebnis widersprüchlicher Aussagen, stammend aus den in den Studien benutzten Methoden, egal welcher Validierung und Qualität der eingesetzten Tests. Einige Maßgaben unserer Übersicht umfassten:
1) Ungleichartigkeit des Studiendesigns
2) die deskriptive Art der meisten Studien
3) die mangelhaften Beurteilungskriterien von „Fatigue“
4) der Gebrauch einer unbegründeten Methodologie bei Begriffen der Cortisolmessung (nicht gebilligt von Endokrinologen)
5) falsche Prämissen, die zu einem nicht korrekten Ablauf der Forschungsanordnung führten
6) ungeeignete bzw. ungültige Schlussfolgerungen hinsichtlich Kausalität und Wechselwirkung zwischen verschiedenen Daten.

Zusammenfassung
Diese systematische Übersicht belegt, dass es keinen substantiellen Beleg dafür gibt, dass „adrenal fatigue“ eine aktuelle medizinische Gegebenheit ist. Daher ist adrenal fatigue noch ein Mythos.

Ganzer Artikel: https://bmcendocrdisord.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12902-016-0128-4


Genexpression während der Reaktion auf Anstrengung bei Patienten mit CFS: eine Pilotstudie

Andrew Keech, Ute Vollmer-Conna, Benjamin K. Barry, Andrew A. Lloyd

• 1School of Medical Sciences, University of New South Wales, Australia
• 2School of Psychiatry, University of New South Wales, Australia
• 3Inflammation and Infection Research Centre, University of New South Wales, Australia
• 4Neuroscience Research Australia, Australia
In: Frontiers of Physiology, 2016
Das chronische Erschöpfungssyndrom CFS ist eine lähmende Gesundheitsstörung unbekannter Pathogenese, die sich bereits nach minimaler körperlicher Tätigkeit verschlimmert. Wir überprüften den Effekt einer einzelnen Runde aeroben Trainings auf die Leukozyten- mRNA- Expression jener Gene, von denen man glaubt, mit einer übermäßig starken sensiblen Weiterleitung gekoppelt zu sein als Beleg des Fatigue- Zustands. Eine sorgfältig ausgesuchte Stichprobe von CFS- Patienten (N=10) und gesunde Kontrollpersonen (N=12) wurden untersucht. Die Einschätzungen der Fatigue und anderer Symptome durch die Teilnehmer, ebenso Blutproben, wurden zu Beginn eingeholt, und fünf weitere Zeitpunkte bis hin zu 72 Stunden im Anschluss an 25 Minuten Radfahren mit moderater Intensität festgelegt.
Leukozyten- mRNA von 19 Genen, fettstoffwechselsensitiv, adrenalinausschüttend, immunaktiv und erregungsübertragend, wurde untersucht per Einsatz von quantitativer Polymerase- Kettenreaktion. Patienten mit CFS berichteten eine beträchtliche Fatigue, Verschlechterung von Funktionen und gestörten Schlaf zu Beginn (alle p<0.02), und die Anstrengung bewirkte sofort eine Verschlimmerung der Fatigue bei den Patienten (Effektgröße ES = 1.17). Es gab keine signifikanten Veränderungen in der Genexpression nach dem Training, und die Patienten unterschieden sich zu keinem Messzeitpunkt von den Kontrollen. Höhere Expressionslevel bei Ficolin (FCN 1) und einem Purinorezeptor (P2RX4) bei Patienten mit CFS ergaben sich bei Zusammenfassung aller Messzeitpunkte. Patienten mit CFS wiesen keine signifikanten durch Anstrengung induzierten Veränderungen der Leukozyten mRNA bei 19 fettstoffwechselsensitiven, adrenalinausschüttenden, immunaktiven und erregungsübertragend Genen auf, trotz einer bedeutenden Verschlechterung der Fatigue.
Nur Abstract frei
Link: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fphys.2016.00421/abstract