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Um die Lebensperspektiven für Menschen mit ME/CFS zu verbessern.

News Oktober

Datum: 14.11.2016 Kategorie: Aktuelles

Es gibt z.Zt. hauptsächlich Studien, bei denen es um die Diagnose des CFS geht. Zu Behandlungsmöglichkeiten wird kaum geforscht. Wenn überhaupt, gibt es lediglich sehr kleine Untersuchungsgruppen, die mit einem Mittel des eher alternativmedizinischen Bereichs getestet werden, wobei die Studien meist auch methodische Mängel aufweisen.


Open Access, 12 Seiten insgesamt
https://pdfs.semanticscholar.org/af67/0e115827538a2e9a2c79122e739e9a9c0406.pdf

Auswahl, Screening und Auswertung einer Plasma- Biomarker- Untersuchungsgruppe von Personen mit beeinträchtigter psychischer Gesundheit bei Einsatz von H-NMR-basierter metabolischer Profile
21.09.2016 in Scientific Reports


In der Studie mit 22 Patienten und 23 Kontrollpersonen ging es darum, ein körperliches Substrat bei Patienten mit „suboptimaler Gesundheit“ zu finden, das sind Kranke wie z.B. CFS- Patienten, die unter verschiedensten Beschwerden leiden, geringe Energie, Vitalitätsverlust, schlechter Schlaf etc., ohne dass ein Labor- oder anderer eindeutiger Nachweis zu finden ist.

Auszug
So konnten wir schlussfolgern, dass ein höheres Phenylalanin- Level, kombiniert mit körperlichen Symptomen, einen suboptimalen Zustand der psychischen Gesundheit anzeigt und vermuten lässt, dass sich gerade eine Schädigung des Nervensystems entwickelt, die, wenn sie ignoriert wird, zu mentalen Störungen führt.
Generell werden Valine und Isoleucin verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs) genannt aufgrund ihrer aliphatischen Nebenketten. Die verringerte Konzentration von BCAAs im Plasma könnte ein Indiz für die unnormale Freisetzung von Hirn 5-HT sein, welches sehr stark mit zentraler Fatigue zusammenhängt (Literaturstellen 41,42), die mit den üblichen klinischen Symptomen suboptimaler psychischer Gesundheit einhergeht, wie rasch eintretende Fatigue und Minderung der Gedächtnisleistung.

Auch ein abnormales Level mancher Metaboliten könnte Vorbote von Neurotoxizität im Nervensystem sein. In dieser Forschung war das wichtigste endogene Molekül, das wir fanden, das Glutamin. Wie zuvor erwähnt, ist Glutamat wichtigster stimulierender Neurotransmitter in Säugerhirnen. (43)

Vermittels Gliazellen wird Glutamat in Glutamin umgewandelt und freigesetzt in extrazelluläre Flüssigkeit, aus der es in präsynaptische Endpunkte resorbiert wird und dann, via Aktivität neuronaler Glutaminase, in Glutamat zurückverwandelt wird. Glutamin und Glutamat werden zwischen Neuronen und Astrozyten (= spezialisierte Gliazellen) ausgetauscht; das ist notwendig für die Glutamin- Homöostase. (44)
Es erzeugt Neurotoxizität und entspricht, sofern es exzessiv freigesetzt wird, der Neurobiologie von Depression (45,46). Auch könnte ein erhöhte Level von Glutamin im Plasma eine kompensatorische Anpassung des Körpers sein, einer Glutamat-induzierten Neurotoxizität entgegenzuwirken. Dieses stimmt mit bisherigen Hypothesen überein (47,48).

Individuen im Zustand einer suboptimalen psychischen Gesundheit kämpfen mit einem klinisch relevanten Mangel an Vitalität. Die meisten Literatur- Belegstellen und das Erscheinungsbild können darauf hinweisen, dass Beeinträchtigungen des Energiestoffwechsels stark mit der Krankheitsentstehung korrelieren.
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Neurofeedback und Störungen infolge Drogenmissbrauch
F. Dehghani- Arani: Neuerungen bei der Behandlung von Drogenmissbrauch, 07.10. 2016

Personen mit Aufmerksamkeits- Defizit- bzw. Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Kopfverletzungen, Schlaganfall, Epilepsie und entwicklungsbedingten Behinderungen, und oft auch Chronic Fatigue- Syndrom und Fibromyalgie tendieren dazu, extrem langsame Hirnwellen (für gewöhnlich Theta und manchmal Alpha) zu zeigen.

Diese Passage erschien in dem Recherche- Ergebnis, ist aber im Abstract nicht zu lesen.

http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-43172-7_14

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http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/joim.12564/full
Das haltungsbedingte orthostatische Tachykardie- Syndrom (POTS) ist kein sinnvoller diagnostischer Marker für CFS
Journal of Internal Medicine September 2016
M.E. Roerink, J.W.M. Lenders, I.C. Schmits, A.M.A. Pistorius, J. Smit, H. Knoop, J.W.M. van der Meer

Hintergrund:
Das haltungsbedingte orthostatische Tachykardiesyndrom (POTS) wird als diagnostischer Marker für CFS betrachtet.
Gegenstand
Ziel dieser Studie war es, 1. die Verbreitung von POTS in einer Kohorte von CFS- Patienten zu vergleichen mit Patienten, auf die die CFS- Kriterien nicht zutrafen und 2. Aktivität, Verschlechterung und Reaktion auf Cognitive Behavioural Therapy (CBT) zu bewerten bei CFS -Patienten mit POTS und CFS- Patienten ohne POTS.
Methoden
Es handelte sich um eine prospektive Kohortenstudie an der Radboud Universität der Niederlande, Medical Center. Zwischen Juni 2013 und Dezember 2014 wurden 863 Patienten mit andauernder Fatigue fortlaufend gescreent. Die Patienten durchliefen einen Test im Aufrechtstehen, füllten Fragebögen aus und trugen ein Gerät zum Messen der Aktivität über 12 Tage.
Ergebnisse
Eine Gesamtheit von 419 CFS- Patienten und 341 Patienten mit nicht durch CFS bedingter Fatigue waren in die Studie einbezogen. Die POTS- Häufigkeit bei den erwachsenen Patienten mit CFS war 5,7 % im Gegensatz zu 6,9 % bei den Erwachsenen ohne CFS. Bei den Jugendlichen trat POTS bei 18,2% der CFS- Kranken auf beziehungsweise bei den nicht von CFS betroffenen bei 17,4%. Erwachsene Patienten mit CFS waren jünger (30 plusminus 12 zu 40 plusminus 13 Jahre) und hatten höhere Pulsfrequenzen (71 plusminus 11 zu 65 plusminus 9 beats per minute) verglichen mit Patienten CFS- Patienten ohne POTS.
Hinsichtlich der Schwere und Aktivitätsmuster unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Bei Patienten mit CFS erfüllten 76% der Erwachsenen und 67% der Jugendlichen die Kriterien für Systemic Exertion Intolerance Disease (SEID). Bei den Patienten mit CFS, welche die SEID- Kriterien erfüllten, war das Auftreten von POTS ebenso häufig wie in der gesamten CFS- Population. POTS- CFS- Jugendliche hatten weniger klinisch signifikante Verbesserungen nach CBT als CFS- erkrankte Jugendliche ohne POTS. (58% zu 88%).
Zusammenfassung
Bei Erwachsenen mit CFS ist die Prävalenz von POTS niedrig, unterschied sich nicht von der bei Patienten mit Fatigue aus anderen Ursachen und hing nicht mit der Schwere der Krankheit oder Behandlungsergebnissen zusammen. Bei Jugendlichen mit mit sowohl CFS als auch POTS war CBT weniger erfolgreich als bei CFS- Patienten ohne POTS. Die Bestimmung von POTS scheint daher nur von begrenztem Wert zu sein, wenn es um die Diagnose von CFS geht.
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Elevated Energy Production in CFS Patients
Nick Lawson,1 Chung-Han Hsieh,1 Dana March,2 and Xinnan Wang
Veröffentlicht in J Nat Sci. 2016; 2(10): e221.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5065105/

Es gibt Hinweise aus anderen Studien, dass die Mitochondrien in Zellen der CFS- Patienten schwächer arbeiten und weniger Energie in Form von ATP bereitstellen. Um dieses zu prüfen, untersuchten Forscher der Stanford und Columbia Universität mit fünf verschiedenen Methoden die Mitochondrien und deren ATP- Produktion bei CFS- Kranken und gesunden Kontrollpersonen und verglichen die Ergebnisse. Das Ergebnis war insofern überraschend, als sich die Mitochondrien der CFS- Kranken als intakt erwiesen und sogar mehr Energie produzierten als bei Gesunden. Es muss also noch andere Ursachen der Fatigue geben als mangelnde Energieproduktion. Oder es gibt verschiedene Patientengruppen, die auch jeweils andere Energiehaushalte haben.
Als weitere Ursachen diskutiert man Fehlfunktionen im Immunsystem oder bei neurologischen Vorgängen.

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