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"Wir informieren über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten und bieten Informationen an"

Um die Lebensperspektiven für Menschen mit ME/CFS zu verbessern.

News 12.2016

Datum: 20.12.2016 Kategorie: Aktuelles

Fehlende Erkenntnisse und darauf beruhende Ungerechtigkeit bei Kontakten im Gesundheitssystem

Dr Charlotte Blease, Centre for Medical Humanities, University of Leeds, Humanities Research Institute, Leeds LS2 9JT, UK; charlotteblease@--no-spam--gmail.com

Veröffentlicht in Journal of Medical Ethics, 5.12.2016 Nur Abstract

Chronic Fatigue Syndrom oder Myalgische Enzephalitis bleibt eine umstrittene Krankheitskategorie. Dieses Paper gibt einen Überblick über den Wissensstand und Einstellungen zu dieser Krankheit und schlägt vor, erkenntnistheoretische Mängel die Glaubwürdigkeit der Patienten betreffend, mit dem Einsatz von Miranda Frickers Konzept der erkenntnistheoretischen Ungerechtigkeit zu verdeutlichen. In den medizinischen Mainstream- Richtlinien herrscht Konsens, dass die Ursache für CFS nicht bekannt ist. Dagegen gibt es eine andauernde Debatte darüber, wie man CFS konzipieren muss, eingeschlossen die Meinungsverschiedenheiten zur Interpretation klinischer Studien zu Therapien. Demgegenüber ergaben belastbare qualitative und quantitative Studien in einer ganzen Reihe von Ländern, dass viele Ärzte und Medizinstudenten unsicher waren, ob CFS/ ME wirklich existiert, was vermutlich zu Verzögerungen von Diagnose und Behandlung der Patienten führt. Auffallend häufig erweist qualitative Forschung, dass Patienten mit CFS/ ME oft Misstrauen seitens der Professionellen der Gesundheitsversorgung, und viele Patienten widersetzen sich mündlich der Wirksamkeit und der Konzeptualisierung ihrer Krankheit als psychologisch behandelbar. Wir befassen uns mit den Schnittmengen dieser Fragen und der Medizinethik und fordern, den derzeitigen Sachstand als einen Fall erkenntnistheoretischer Schieflage (2007) anzuerkennen. Wir finden wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Konsultationen in Institutionen der Gesundheitsversorgung Foren sind, wo Patienten mit CFS/ ME besonders verletzbar sind infolge mangelhafter Erkenntnisse. Wir behaupten, dass die (oftmals unbeabsichtigte) Marginalisierung vieler Patienten ein professionelles Versagen ist, das zu weiteren ethischen und praktischen Folgen führen kann, sowohl für die weitere Forschung zu CFS/ ME als auch für die ethische Sorgfalt und die Bereitstellung künftiger Therapien zum Nutzen der Menschen, die unter dieser furchtbaren Krankheit leiden.


Europaweites Forschungsnetzwerk gegründet

Dieser Link weist auf den Zusammenschluss eines Netzwerkes für CFS/ME-Erkrankte hin. Euromene ist ein Zusammenschluss von verschiedenen europäischen Ärzten, darunter Frau Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen und Herrn Prof. Dr. med. Harrer. http://www.cost.eu/COST_Actions/ca/CA15111

In dem Link ist eine PDF-Datei zum Herunterladen möglich, das sogenannte Memorandum http://w3.cost.eu/fileadmin/domain_files/CA/Action_CA15111/mou/CA15111-e.pdf

Diesen Artikel hat in weiten Teilen Frau Prof. Dr. med. Scheibenbogen erstellt. Hier werden die Ziele und Arbeit der Euromene erklärt. Wir schätzen es sehr, dass sich Ärzte so engagiert für das Krankheitsbild CFS/ME in Europa einsetzen.


 

Akupunktur und Moxibustion
Veröffentlicht in: http://www.nature.com/articles/srep37846

Qing Shu , Hua Wang , Daniela Litscher , Song Wu , Li Chen , Ingrid Gaischek , Lu Wang , Wenjuan He, Huanjiao Zhou , Gerhard Litscher & Fengxia Liang

In einer Studie mit 45 Patienten, die nach dem Zufallsverfahren in drei Gruppen eingeteilt wurden, wurde erforscht, ob gegen CFS und Veränderungen im autonomen Nervensystem Akupunktur oder indirekte Moxibustion hilfreich sein könnte. Wichtigstes Messziel waren die Scores des FAI (Fatigue Assessment Instrument), Nebenergebnisse waren die HRV Parameter, die die Aktivierung des autonomen Nervensystems widerspiegeln können. Sowohl Kurz- als auch Langzeitwirkungen wurden betrachtet. FAI Scores sanken nach der 4.-10. Behandlungseinheit in allen drei Gruppen.

In der Gruppe mit der Moxibustion sanken die FAI- Scores stärker als in der Akupunkturgruppe. Akupunktur war wirksamer hinsichtlich der kurzfristigen Wirkungen auf das autonome Nervensystem, und die Moxibustion wirkte langfristig gesehen besser. Sowohl Akupunktur als auch Moxibustion verbesserten die Fatigue bei den CFS- Patienten, aber Moxibustion war wirksamer. Möglicherweise trat die Wirkung infolge Aktivierung des Vagusnervs ein. Moxibustion war in der längerfristigen Therapie von CFS- Patienten wirksamer als Akupunktur.

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Die Bedeutung von Mundgesundheit für die ganze Gesundheit
Christopher C. Peck
10.12.2016
http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-981-10-1560-1_7

Der Autor stellt Zusammenhänge dar zwischen mangelhafter Mundgesundheit und anderen Krankheiten des ganzen Körpers. Auch Fibromyalgie und Chronic Fatigue Syndrom können mit entzündlichen Prozessen im Mundbereich zusammenhängen.

„Des Weiteren haben Personen mit Kiefergelenkserkrankungen nicht selten Symptome großer Volkskrankheiten, einschließlich Chronic Fatigue Syndrom und Fibromyalgie. (Lit. Nr. 16)
Wir haben dargelegt, dass Kiefergelenkserkrankungen mit Depressionen und Katastrophenangst assoziiert sein können und dass diese psychologischen Faktoren die dynamische Arbeit des Kiefers belasten können. (Lit. 17,18)“


Energiestoffwechsel- Profiling zeigt eine beschädigte Funktion des Enzyms Pyruvat-Hydrogenase bei Patienten mit CFS
Oystein Fluge, Olav Mella et al.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5161229/

Zusammenfassung
Diese Studie lässt den Schluss zu, dass Störungen des Stoffwechsels bei ME/CFS Kranken vorliegen. Die Funktion des Enzyms Pyruvatdehydrogenase (PHD) ist deutlich verringert.
Es wurden 200 Patienten untersucht, ausgewählt nach den Kanadischen Konsenskriterien. Die Kontrollgruppe umfasste 102 gesunde Personen. Die Energiestoffwechsel dieser Probanden wurde untersucht. Es stellte sich heraus, dass bei den CFS- Kranken die Level von Aminosäuren sehr niedrig waren. Diese wiederum hängen vom Funktionieren des Enzyms PHD ab. Es gab dabei auch geschlechtsspezifische Unterschiede.
Myoblasten, gezüchtet im Serum von Patienten mit stark ausgeprägtem CFS zeigten Anpassungen ihres Stoffwechsels, einschließlich gesteigerter Atmung der Mitochondrien und exzessiver Laktatsekretion. Die Veränderung der Aminosäure konnte nicht durch Schwere der Symptome, Dauer der Krankheit, Alter, BMI oder körperliche Aktivität der Patienten erklärt werden. Diese Ergebnisse stimmen überein mit der klinischen Darstellung der Krankheit ME/CFS, mit mangelhafter ATP- Erzeugung infolge oxidativer Phosphorylierung und überschießender Laktatproduktion nach körperlicher Belastung.
Das Enzym Pyruvatdehydrogenase ist sehr wichtig für den Energiestoffwechsel in den Zellen. Ist zu wenig vorhanden, können die Mitochondrien nicht ausreichend Energie bereitstellen, es kommt stattdessen zu erhöhter Laktatproduktion in den Muskelzellen. Das könnte die stark verminderte Energie bei ME/CFS- Kranken erklären.